EastWest stellt DrumX vor: Drum Plugin mit Groove-Workflow und 10 klassischen Drum Machines
EastWest Sounds stellt mit DrumX ein neues Drum-Plugin vor, entwickelt in Zusammenarbeit mit Jimmy Jam. Der Fokus liegt auf einem Groove-basierten Workflow: Beats entstehen nicht aus einem leeren Sequencer, sondern aus vorgegebenen Pattern-Strukturen.
DrumX ist ab sofort über ComposerCloud+ verfügbar. Eine Standalone-Version folgt am 27. Mai.
Überblick: DrumX
- Hersteller: EastWest Sounds
- Plugin: DrumX (Groove-basierte Drum Engine)
- Zusammenarbeit: Jimmy Jam
- Plugin-Formate: VST3, AU, AAX
- Plattformen: macOS, Windows
- Zugriff: ComposerCloud+ oder Standalone (ab 27. Mai)
Konzept: Groove statt Programmierung
Im Gegensatz zu klassischen Drum-Plugins beginnt DrumX nicht mit einem leeren Sequencer, sondern mit vorgegebenen Grooves. Die Pattern dienen als Ausgangspunkt und werden anschließend angepasst, anstatt von Grund auf programmiert zu werden.
Der Ansatz verschiebt den Workflow: Timing und Groove sind initial definiert, während Sound-Auswahl und Variation nachgelagert erfolgen. Das reduziert Setup-Zeit, schränkt aber die Kontrolle über Microtiming und dynamische Details ein.
Klangbasis: 10 klassische Drum Machines
DrumX greift auf eine Auswahl etablierter Drum Machines zurück, die seit Jahrzehnten den Sound moderner Produktionen prägen:
- Roland TR-808, TR-909, TR-606
- LinnDrum, LM-1
- Oberheim DMX, DrumTraks
- Boss DR-55, DR-110
- E-mu SP-12
Technisch handelt es sich um gesampelte Quellen, die im Plugin kombiniert und geschichtet werden können. Neu ist nicht das Material, sondern die Integration in einen Groove-basierten Workflow.
Layering und Bearbeitung erfolgen innerhalb des Systems, ohne auf externe Sampler ausweichen zu müssen. Dadurch entsteht ein konsistenter, aber vorgeprägter Klangcharakter.
Funktionen im Detail
- Step-Sequencer – direkte Eingriffe in bestehende Pattern ohne Neuaufbau
- DX Stacks – paralleles Layering mehrerer Maschinen mit Fokus auf Low-End-Gewicht
- DX Layers – Umschalten zwischen Varianten zur Erzeugung von Bewegung im Groove
- DX Pitched – tonale Nutzung von Drums über chromatisches Mapping
- Band-Sättigung – modellierte Studer-Sättigung (inkl. J-37) zur Verdichtung der Transienten
- Raumanteile – Re-Amping in EastWest Studios für definierte Tiefenstaffelung
- Effektkette – integrierte Bearbeitung ohne externes Routing
Ergänzt wird das System durch eine umfangreiche Groove-Bibliothek von Jimmy Jam. Die Patterns liefern sofort spielbare Strukturen, die als Ausgangspunkt dienen und anschließend angepasst werden.
Workflow und Einsatzbereich
DrumX ist klar auf einen verkürzten Produktionsprozess ausgelegt. Statt ein Pattern von Grund auf zu programmieren, beginnt der Workflow mit einem bereits funktionierenden Groove, der anschließend angepasst wird. Der Einstiegspunkt verschiebt sich von der Konstruktion zur Modifikation.
Das reduziert die Zeit bis zu einem ersten nutzbaren Ergebnis erheblich und macht das Plugin besonders relevant für Produktionsumgebungen mit hohem Output oder festen Deadlines.
Im praktischen Einsatz eignet sich DrumX vor allem für Skizzen, Vorproduktionen und Content-getriebene Projekte. Gleichzeitig bleibt eine gewisse Flexibilität über Layering und Sound-Austausch erhalten – allerdings innerhalb eines bereits definierten rhythmischen Rahmens.
Preis und Verfügbarkeit
DrumX ist derzeit ausschließlich über das ComposerCloud+ Abonnement verfügbar und kann dort sofort genutzt werden. Eine Standalone-Version wird ab dem 27. Mai angeboten.
Konkrete Preisangaben für die Einzelversion liegen aktuell nicht vor. Die Integration in das Abo-Modell bedeutet gleichzeitig eine Bindung an das EastWest-Ökosystem, was für Nutzer mit langfristig aufgebauten Setups ein relevanter Faktor ist.
Einordnung
DrumX positioniert sich klar zwischen klassischen Drum-Samplern und loop-basierten Systemen. Während Sampler maximale Kontrolle über Timing und Struktur bieten, liefern Loop-Ansätze sofortige Ergebnisse mit begrenzter Flexibilität. DrumX kombiniert beide Ansätze, verschiebt den Fokus jedoch eindeutig in Richtung vorgegebener Groove-Strukturen.
Der Ansatz spiegelt eine Entwicklung im Markt wider: Produktions-Tools priorisieren zunehmend Geschwindigkeit und reproduzierbare Ergebnisse gegenüber vollständiger Kontrolle. DrumX ist damit kein Ersatz für klassische Drum-Programmierung, sondern ein spezialisiertes Werkzeug für workflow-orientierte Setups.




